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Mobbing

Keine Erfindung neuer Generationen

Foto von La Fabbrica Dei Sogni auf Unsplash.jpg

Kinder stark machen in einer sich wandelnden Welt

Warum Familien heute vor besonderen Herausforderungen stehen – und wie Resilienz, Verbundenheit und Vertrauen dabei helfen können.

 

Warum wir heute anders über Ausgrenzung, Demütigung und Gewalt sprechen dürfen

„Früher gab es das auch schon.“

„Da muss man durch.“

„Ein bisschen ärgern gehört doch dazu.“

„Stell dich nicht so an.“

Solche Sätze hören Betroffene und ihre Familien leider noch immer häufig.

Und tatsächlich: Mobbing ist keine neue Erfindung. Kinder wurden auch früher gehänselt, ausgeschlossen oder gedemütigt.

Der Unterschied ist:

Heute wissen wir mehr darüber, welche Auswirkungen Ausgrenzung und wiederholte Demütigungen auf die psychische Gesundheit haben können.

Und wir wissen, dass Wegschauen oder Verharmlosen Betroffenen nicht hilft.

 

Was ist Mobbing?

Im Alltag wird der Begriff Mobbing häufig verwendet, wenn Kinder oder Jugendliche wiederholt beleidigt, ausgegrenzt, bedroht oder herabgewürdigt werden.

 

In Duden und Wörterbuch heißt es: Das dauerhafte Schikanieren, Quälen, Ausgrenzen einer einzelnen Person, meist durch eine Gruppe anderer Personen, typischerweise im schulischen oder beruflichen Umfeld."

Ist es also erst Mobbing, wenn es dauerhaft passiert?

Die obige Definition kann hilfreich sein – sie greift jedoch aus meiner Sicht zu kurz.

Denn Leid beginnt nicht erst dann, wenn eine bestimmte Anzahl an Vorfällen erreicht wurde.

Stellen wir uns zwei Kinder vor:

     Anna kommt stolz mit ihrer neuen Brille in die Schule. Auf dem Schulhof ruft jemand:

     „Iiiih, guckt mal, die Blindschleiche! Wie dumm die aussieht!“

     Es passiert nur dieses eine Mal.

     Doch Anna geht mit Bauchschmerzen nach Hause. Sie schämt sich, setzt ihre Brille nicht mehr     

     auf und kann die Tafel kaum noch erkennen. Aus Angst vor weiteren Kommentaren zieht sie sich   

     immer mehr zurück.

     Karina erlebt genau den gleichen Spruch.

     Sogar einmal pro Woche.

     Doch sie liebt ihre glitzernde Einhornbrille, zuckt mit den Schultern und denkt sich:

     „Die haben ja gar keine Ahnung!“

     Sie trägt ihre Brille weiterhin mit Stolz und denkt kaum noch darüber nach.

 

Welches Kind wird nun gemobbt?

 

Nach einer starren Definition vielleicht Karina, weil die Angriffe wiederholt stattfinden.

Doch welches Kind leidet?

Welches Kind entwickelt Ängste?

Welches Kind beginnt, an sich selbst zu zweifeln?

 

Mobbing ist mehr als eine Definition. Mobbing ist auch ein Gefühl.

Es entsteht dort, wo Menschen gezielt verletzt, gedemütigt oder ausgegrenzt werden und wo dies beim Betroffenen Spuren hinterlässt. Dabei spielt auch die Resilienz eines Kindes eine Rolle.

Kinder sind unterschiedlich. Manche können Kränkungen leichter einordnen und verarbeiten. Andere werden von denselben Worten tief getroffen. 

Und genau deshalb darf die Frage nicht lauten: 

„Ist das schon oft genug passiert, damit wir es Mobbing nennen dürfen?“

Sondern vielmehr:

„Wie geht es dem Kind damit?“

Denn nicht die Anzahl der Angriffe entscheidet darüber, wie groß das Leid ist. Kinder brauchen keine Erwachsenen, die zählen. Sie brauchen Erwachsene, die hinschauen.

Und manchmal reicht ein einziger Satz, um Wunden zu hinterlassen.

Genauso kann ein einziger Mensch, der zuhört und ernst nimmt, den Unterschied machen.

 

Wie äußert sich Mobbing?

Mobbing kann viele Gesichter haben:

  • Beschimpfungen und Beleidigungen

  • Auslachen und Demütigungen

  • Gerüchte und Lügen

  • Ignorieren und Ausgrenzung

  • Erpressung oder Bedrohung

  • Körperliche Gewalt

  • Cybermobbing über soziale Medien, Messenger oder Spieleplattformen

  • Bloßstellungen durch Fotos oder Videos

  • Ständige abwertende Kommentare

Nicht jede Auseinandersetzung zwischen Kindern ist Mobbing. Konflikte gehören zum Leben dazu.

Mobbing beginnt dort, wo gezielt verletzt, ausgeschlossen oder Macht ausgenutzt wird.

 

Welche Folgen kann Mobbing haben?

Bleibt Mobbing über längere Zeit bestehen, kann dies schwerwiegende Folgen haben.

Betroffene Kinder und Jugendliche zeigen häufig:

  • Ängste

  • Bauch- oder Kopfschmerzen

  • Schlafprobleme

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Rückzug

  • Wut oder Aggressivität

  • Schulvermeidung

  • Verlust des Selbstwertgefühls

  • depressive Symptome

Viele Erwachsene tragen die Folgen von Mobbingerfahrungen noch Jahrzehnte später in sich.

Deshalb ist Mobbing niemals „nur eine Phase“.

 

Was können Eltern tun?

Das Wichtigste zuerst: Glaubt eurem Kind.

Sätze wie

  • „Ignoriere es einfach.“

  • „Da musst du durch.“

  • „Das wird schon wieder.“

helfen selten.

Hilfreicher sind Fragen wie:

  • „Wie geht es dir damit?“

  • „Was genau ist passiert?“

  • „Was brauchst du gerade von mir?“

  • „Wie können wir gemeinsam damit umgehen?“

Kinder brauchen in solchen Situationen keinen perfekten Lösungsplan.

Sie brauchen Erwachsene, die zuhören, ernst nehmen und an ihrer Seite bleiben.

 

Was können Schulen tun?

Mobbing ist kein Problem einzelner Kinder. Mobbing betrifft immer das gesamte System!

Lehrkräfte, Mitschülerinnen und Mitschüler sowie Eltern spielen eine wichtige Rolle. IMMER.

Prävention, Aufklärung und eine klare Haltung gegen Ausgrenzung sind entscheidend.

Denn Schweigen schützt nicht die Betroffenen. Schweigen schützt die Täter.

 

Fazit

Mobbing ist keine Erfindung neuer Generationen. Aber wir dürfen heute genauer hinschauen als früher. Wir müssen Leid nicht kleinreden, nur weil frühere Generationen ebenfalls schwierige Erfahrungen gemacht haben und heute behaupten: „Uns hat das auch nicht geschadet."

 

Kinder brauchen keine Sätze wie:

„Stell dich nicht so an.“

 

Sie brauchen Erwachsene, die sagen:

„Ich glaube dir.“

„Du bist nicht allein.“

„Wir finden gemeinsam einen Weg.“

 

Denn niemand sollte lernen müssen, mit Ausgrenzung zu leben. 

Nicht früher. Und auch heute nicht! 

Coaching ist eine Investition in ein glückliches, selbstbestimmtes Leben – für dich, für deine Kinder und für euch als Familie.

Weil wir es uns wert sind.

Weil unsere Kinder das Beste verdienen.


Melde dich gern – ich bin für euch da.

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